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Stimmen zur Ausstellung Juden in Tilsit

Manfred Urbschat, Mitglied des Vorstandes der Stadtgemeinschaft Tilsit

Meine Frau und ich besuchten die Ausstellung und waren ergriffen. Man denkt immer, es sei alles so lange her. So ist es aber nicht! In dieser Ausstellung sehe ich, es ist nicht Historie was damals in meiner Vaterstadt Tilsit geschehen ist, zu meinen Lebzeiten. Ich war zu jung, um es damals wahrzunehmen. Inzwischen sind wir umfassend informiert über dieses unsagbare Verbrechen. Und doch spricht diese Ausstellung mit der Darstellung von Einzelschicksalen unsere Gedanken und Empfindungen neu an, es sind Geschehnisse in meinem Lebensraum. Diese Ausstellung ist wertvoll und notwendig, sie sollte auch in anderen Städten gezeigt werden.

Anderen Besuchern sehen es ebenso, wie es nachstehende Einträge zeigen. (Bilder vom Gästebuch)

Bericht der Stadtgemeinschaft Tilsit e.V. über die Eröffnungsveranstaltung am 4. August 2011

Ausstellung „Juden in Tilsit“ in Kiel 

Als  im vergangenen Jahr“ im Tilsiter Stadtgeschichtlichen Museum  die Ausstellung „Juden in Tilsit“  gezeigt wurde, rief das bei den  alten Tilsitern großes Interesse hervor. Die Stadtgemeinschaft Tilsit war der Meinung, dass diese Ausstellung auch in Deutschland, und zwar in Kiel, der Patenstadt von Tilsit und  Partnerstadt von Sovetsk, gezeigt werden müsse.

Nun war es soweit. In der repräsentativen Wandelhalle des Kieler Rathauses fand die festliche Eröffnung statt. Der stellvertretende Stadtpräsident Rainer Tschorn bezeichnete in seiner Eröffnungsrede die Schau als einen Teil „wichtiger Erinnerungskultur“. Die Vorsitzende des Vereins  „Juden in Ostpreussen“, Frau Dr. Ruth Leiserowitz,  erläuterte den Aufbau der Ausstellung Auf 40 großen Foto- und Texttafeln  wird dokumentiert,  welches rege jüdische Leben in Tilsit herrschte. Jahrhunderte hatten jüdische Bürger das Stadtbild entscheidend mitgeprägt Sie spielten eine große Rolle in Wirtschaft und Kultur.. Sie waren vor allem als Kaufleute bekannt und vermittelten die Handelsgeschäfte mit dem Osten - bis 1933 die systematische Vertreibung begann und im Sommer 1942 die letzten ca. 300 Frauen, Männer und Kinder  deportiert und umgebracht wurden.

Tilsit, das heute Sovetsk heißt, ist seit 1992 die Partnerstadt von Kiel.  Sovetsk bekomme durch die Ausstellung einen Teil seiner Geschichte zurück, betonte Joshua Pannbacker, der als Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde in Kiel zu den Ehrengästen der Eröffnungsveranstaltung gehörte.

Im Mittelpunkt  der Fotoschau stehen neben dem historischen Abriss jüdischen Lebens vor allem viele Einzelschicksale von Personen,  die zum großen Teil namentlich bekannt sind  Michael Leiserowitz machte  auf Fotos aufmerksam, die seinen Onkel Herbert und seine Tante Erika aus Tilsit zeigen, Sie emigrierten über Schanghai nach Amerika. Unter den Anwesenden war auch Dov Bernhard Galmor-Geier, der Enkel von Bernhard Laks aus Tilsit. „Ich bin jetzt so alt wie er, als er von der SS erschossen wurde“ berichtete er mit bewegter Stimme.

Als Vertreter der Stadtgemeinschaft Tilsit wünschte Ingolf Koehler der Ausstellung einen vollen Erfolg. Mit der Herausgabe der Broschüre “Es begann in Tilsit” habe die Stadtgemeinschaft begonnen, über das Leben und Schicksal Tilsiter Juden zu berichten und eine Wissenslücke zu schließen.

Die Veranstaltung schloß Uwe Rada mit einer Lesung aus seinem Buch „Die Memel“ ab.

Hans Dzieran, 1. Vorsitzender der Stadtgemeinschaft Tilsit e.V.


http://www.tilsit-stadt.de unter "Neues und Aktuelles"

 

Pressetext Sommer 2011

Ausstellung im Kieler Rathaus: Erinnerung an Tilsit

KIEL – Seit fast 20 Jahren besteht jetzt die Partnerschaft zwischen der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt und der russischen Stadt Sovetsk, dem ehemaligen Tilsit. Ein weiteres Kapitel der Verbindung wird nächsten Monat aufgeschlagen mit  der Ausstellung  „Juden in Tilsit“, die die Organisation  „Juden in Ostpreussen, Verein zur Geschichte und Kultur e.V.“  veranstaltet.

Im Foyer des Rathauses wird vom 4. – 26. August 2011 eine eindrucksvolle  Schau mit gut 40 großen Foto- und Texttafeln  präsentiert, die mit bemerkenswertem  Erfolg bereits 2009 in Sovetsk gezeigt wurde.

Anhand dieser Bilder wird eindrucksvoll dokumentiert,  welches rege jüdische Leben bis zur Vertreibung und Vernichtung  im Zweiten Weltkrieg in Tilsit herrschte. Jahrhunderte hatten jüdische Bürger das Stadtbild entscheidend mitgeprägt. Sie waren vor allem als Kaufleute bekannt und vermittelten die Handelsgeschäfte mit dem Osten - bis 1933 die systematische Vertreibung begann im Sommer 1942 die letzten ca. 300 Frauen, Männer und Kinder  deportiert und umgebracht wurden.

Im Mittelpunkt  der Fotoschau stehen neben dem historischen Abriss jüdischen Lebens in der Region  vor allem Personen,  die zum großen Teil namentlich bekannt sind und deren Schicksal  fast immer dasselbe abrupte Ende nahm. Die wenigen Überlebenden und ihre Nachfahren sind heute in alle Welt verstreut. Im Rahmen der Recherche  zu dieser Ausstellung hat die Vorsitzende des Vereins  „Juden in Ostpreussen“, Dr. Ruth Leiserowitz,  einige von Ihnen ausfindig gemacht; u.a. in Israel, Südafrika und Australien.  Sie moderierte die Ausstellungseröffnung.

Einen Text, der für den Besuch von Schulklassen zum Thema "Exil nach 1933" gedacht ist, steht zum Download als Pdf-Dokument auf der Webseite des Vereins zur Verfügung. Link

Das Projekt wird durch den Beauftragten für Kultur und Medien der Bundesregierung gefördert.

Eröffnung: 4. August 2011, 17:00 Uhr im Kieler Rathaus

Ausstellungsende 26. August 2011

Juden in Ostpreussen e.V.
Friedrichstr. 95
10117 Berlin
Germany
Tel 030-20962283
Fax 030-20962281

info@judennostpreussen.de

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Juden in Tisit Förderung

 

History of Jews in Tisit - Exhibition in Kiel 2011

In many German cities, there have long since been reminders of the history of the Jews in forms of commemorative plaques and “Stolpersteine” Hardly anyone remembered the Tilsit Jews. The former citizens were scattered to many different places after the Second World War, the inhabitants of Sovetsk today knew nothing about the Jewish history of the city.

Now, for the first time, with active help from the descendants of the Jews of the region, it is shown what role the city played in each family history. The initiative came especially from the Sovetsk City Museum, which requested an exhibition about Jewish life. Many thanks are due to the descendants of families, who shared their family memories and submitted photographs. The exhibition was opened in summer 2009 in the Sovetsk City Museum. Thus, the Jews returned to the city’s history after almost 60 years. With this exhibition in the partner city of Kiel, a bridge is being built to the German state of Schleswig-Holstein and to all of Germany, which is interesting not only to those who have a Jewish background.

Before the Second World War, Tilsit was one of the most north-eastern cities of the German Reich – near the Memel River, in the province East Prussia. Today, this city is called Sovetsk and belongs to the Kaliningrad area of the Russian Federation.

Mostly Germans lived in Tilsit, among them Lithuanians and Jews. The city lived from wood trade on the Memel. Because of its position, its size and the frequent fairs, in the past, it was a favourite destination of merchants and buyers that came from across the border. Among them were many Lithuanian Jews (Litvaks), who traded with the East.

While the image of Jews was influenced especially by merchants from Poland and Lithuania before 1812, this profile was changed by the Prussian tolerance edict with the arrival of west Prussian Jews. Around 1820, Jews from West Prussian heritage were dominant. In 1825, a Jewish graveyard was built. Still in the same year, the community bought land for building a synagogue, the purchasing of which was permitted by the cabinet. However, the petition to build was denied by King Friedrich Wilhelm III in 1826, and it took nearly two decades until synagogue construction could finally begin in 1842. With the beginning of the Crimean War in 1853, the situation of the Prussian-Lithuanian border changed radically. With exception of Prussia, Russian trade was boycotted from all sides in 1853-56. Now the tsarist government was forced to lift the ban on border traffic to Prussia. All imports were led over land, especially through Tilsit. This way, a politically undesired but economically forced liberalisation of border law took place. Trade earned fantastic income. The years went down in local history as „golden“. The liberalisation of border law led to relief for the Jewish population. Especially Litvaks moved into the city. During the entire 19th century, the number of Jewish citizens grew, until it reached a total of 650 people (of a total amount of 37.000 inhabitants) in 1910.

Since 1885, Tilsit played an important role as a city of thoroughfare for Jewish emigration from the Tsarist Empire to America and South Africa. Thousands of Jews from Lithuania, Latvia and Belorussia spent several days of their journey in the city, were examined medically, received foodstuffs as well as their ship tickets.

After the Peace of Versailles (1919) the Memel River became a border river. The liberal little trade city became a national border city. The political viewpoints and contrasts became stronger. Especially the young Jewish population left the city and emigrated in the 1930s. They went to South Africa, the United States, but also to Shanghai and Lithuania. At the end of August 1941 there were still more than 300 Jews in Tilsit. On June 24th, 1942, they were deported to the area near Minsk and immediately shot: thus, the Jewish perspective vanished from the city.

PD Dr. Ruth Leiserowitz

Translation from German by: Alessandra Meyer

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